Interpretationsgeschichte der »Wiener Schule«?
Eine Spurensuche
DOI:
https://doi.org/10.70482/jasc.2018.15.11-30Schlagworte:
Wiener Schule, Interpretationsgeschichte, Aufführungspraxis, Wiener Espressivo, Neue SachlichkeitAbstract
Dieser Artikel untersucht die Geschichte der Aufführungspraxis der Wiener Schule, insbesondere Arnold Schönbergs Aufführungsideale und deren Wandel im 20. Jahrhundert. Ausgehend von zentralen Publikationen wie Die Lehre von der musikalischen Aufführung in der Wiener Schule (2002) betrachtet der Autor das „Wiener Espressivo“, Tempogestaltung und die Rolle von Schlüsselinterpreten wie Rudolf Kolisch und Eduard Steuermann. Der Beitrag kontrastiert „Espressivo“-Praxis mit der „Neuen Sachlichkeit“ und beleuchtet Aufnahmen Schönbergs (Verklärte Nacht) und Weberns. Der Autor plädiert für eine kontextuelle Interpretationsgeschichte, die Tondokumente und kompositorische Präzisierungen einbezieht, und skizziert Forschungsdesiderata zur Rezeption nach 1945.
