Eduard Steuermann als Schönberg-Interpret

Zu den Tondokumenten der Sechs kleinen Klavierstücke op. 19

Autor/innen

  • Lars E. Laubhold

DOI:

https://doi.org/10.70482/jasc.2018.15.67-82

Schlagworte:

Eduard Steuermann, Wiener Schule, Aufführungspraxis, Sechs kleine Klavierstücke op. 19

Abstract

Der Artikel untersucht die Aufführungspraxis des Pianisten Eduard Steuermann (1892–1964) anhand seiner Einspielungen von Arnold Schönbergs Sechs kleinen Klavierstücken op. 19. Steuermanns Spiel zeichnet sich durch Balance zwischen struktureller Klarheit und klanglicher Farbigkeit aus. Mittels Tempoverlaufsanalysen mehrerer Aufnahmen aus den Jahren 1949 bis 1963 zeigt der Artikel, wie Steuermann trotz scheinbar subjektiver Temposchwankungen eine konsistente, werkgetreue Interpretation entwickelt. Besonderes Augenmerk liegt auf seiner Fähigkeit, musikalische Phrasen und Charaktere durch agogische Nuancen deutlich voneinander abzugrenzen, während er gleichzeitig die Einheit des Tempos bewahrt. Steuermanns Ansatz, den Schönberg selbst als maßgeblich anerkannte, verbindet analytische Strenge mit expressiver Tiefe und steht damit exemplarisch für die Aufführungspraxis der Wiener Schule.

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Veröffentlicht

2018-10-01