»performing with the imagination of the whole«

Rudolf Kolisch und das Pro Arte Quartett

Autor/innen

  • Thomas Glaser

DOI:

https://doi.org/10.70482/jasc.2018.15.53-66

Schlagworte:

Rudolf Kolisch, Wiener Schule, Aufführungspraxis, Streichquartett, Ludwig van Beethoven

Abstract

Der Artikel untersucht Rudolf Kolischs Beitrag zur Aufführungslehre der Wiener Schule, mit besonderem Fokus auf seine theoretischen und praktischen Ansätze zur Interpretation von Beethovens Streichquartetten. Kolisch betonte die enge Verbindung von struktureller Analyse ("Structural Analysis") und aufführungspraktischer Umsetzung ("Re-creative Analysis"), wobei er die Bedeutung einer werkgetreuen Darstellung durch präzises Lesen der Partitur hervorhob. Anhand einer Aufnahme des ersten Satzes von Beethovens op. 127 mit dem Pro Arte Quartett (1946) analysiert der Artikel Kolischs Tempogestaltung, die durch formale Klarheit und agogische Differenzierung zwischen Maestoso- und Allegro-Abschnitten geprägt ist. Die Studie zeigt, wie Kolischs Konzept des "performing with the imagination of the whole" eine objektivierte, aber ausdrucksvolle Interpretation anstrebt, die sich von subjektiven Stilisierungen abgrenzt.

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Veröffentlicht

2018-10-01