The Schönberg Analytical Legacy
Rudolph Reti and Thematic Transformation
DOI:
https://doi.org/10.70482/jasc.2019.16.99-111Schlagworte:
Rudolph Reti, Grundgestalt, Thematische Analyse, OrganizismusAbstract
Der Artikel untersucht Rudolph Retis "Der thematische Prozeß in der Musik" (1951) als einen zentralen, aber umstrittenen Beitrag zum analytischen Erbe Schönbergs. Insbesondere wird Retis Betonung der organischen Einheit und thematischen Transformation in der tonalen Musik beleuchtet. Die Studie zeichnet Retis Rezeption in der englischsprachigen Forschung nach, von der frühen Bewunderung (z. B. Hans Keller) bis hin zu späteren Kritiken (z. B. Leonard Meyer, Walter Frisch), wobei Spannungen zwischen ästhetischem Organismus und analytischer Präzision deutlich werden. Durch die Kontextualisierung von Reti innerhalb breiterer Debatten über musikalische Einheit und die goethesche phänomenologische Tradition beleuchtet der Artikel seine Rolle als Brückenbauer zwischen europäischen und anglo-amerikanischen analytischen Diskursen und hinterfragt gleichzeitig die dauerhafte Lebensfähigkeit seines thematischen Paradigmas.
