Ein Interpret zweier Lehren
Paul von Klenau, Heinrich Schenker und die Zweite Wiener Schule
DOI:
https://doi.org/10.70482/jasc.2019.16.88-98Schlagworte:
Paul von Klenau, Heinrich Schenker, Wiener SchuleAbstract
Dieser Beitrag widmet sich Paul von Klenaus Auseinandersetzung mit Arnold Schönbergs Zwölftontechnik und der Musiktheorie Heinrich Schenkers unter dem Aspekt seines pragmatischen Umgangs mit diesen gegensätzlichen musikalischen Ansätzen. Durch die Analyse von Korrespondenz, Konzertkritiken und Tagebucheinträgen offenbart die Studie Klenaus fortdauerndes Interesse an Schenkers Ideen zur Aufführungspraxis und dessen Beethovenbild bei gleichzeitiger öffentlicher Befürwortung von Schönbergs Innovationen - ein Balanceakt, der in seiner späteren Abgrenzung gegen Schönberg während der Zeit des Nationalsozialismus gipfelte. Der Artikel kritisiert Klenaus opportunistische Kompromisse und beleuchtet die Spannungen zwischen künstlerischen Idealen und politischem Überleben in der Musik des frühen 20. Jahrhunderts.
